10 Monate in China - Die Antriebsgeschichte von Philip Mayer
Der Schüler Philip Mayer war ab August 2010 für zehn Monate in China, um dort in die Schule zu gehen.
Die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG begleitete Philip bei der Erfüllung seines persönlichen Antriebs. Seine Erfahrungsberichte werden an dieser Stelle regelmäßig veröffentlicht.
Verfolgt mit, wie Philip das Leben in China erlebte, wie seine Erfahrungen mit der Schule und der Sprache waren und welche Erlebnisse ihn erwarteten.
___________________________________________________
Und hier kommt mein letzter Bericht aus China, in 6 Tagen bin ich wieder zurück in Deutschland:
Vor 2 Wochen war ich in Shanghai, einer der größten Städte Chinas. Shanghai ist eine gigantische Stadt, sie ist wie eine Mischung aus einer europäischen Großstadt und einer asiatischen. Alles, was man in Europa findet, gibt es da auch.
In den 9 Tagen, die ich da war, habe ich neben dem berühmten Pearl Tower noch die Altstadt von Shanghai, Madame Tussauds in Shanghai und einen Tempel gesehen.
Einen Tag bin ich nach Suzhou gefahren und habe mir die berühmten Gärten von Suzhou angesehen. Man fühlt sich wirklich wie ins alte China versetzt, mal abgesehen von den anderen Touristen.
Ich bin jetzt seit 9 Monaten und 3 Wochen hier in China, nächste Woche, am 26.6.2011 werde ich wieder in Deutschland ankommen, nachdem ich 10 Monate auf der anderen Seite der Welt verbracht habe.
Das wahrscheinlich größte Abenteuer meines Lebens geht zu Ende.
Jetzt grade laufen die letzten Vorbereitungen für die Rückkehr, das Packen von Koffern fängt an und ich muss mich allmählich mit dem Gedanken befassen, dass ich viele von meinen besten Freunden hier und die Familie, in der ich 10 Monate gelebt habe, wahrscheinlich nie wieder sehen werde. Andererseits werde ich zurück in Deutschland viele von meinen alten Freunden und meine Familie dort wiedersehen und obwohl ich mich darüber unglaublich freue, bin ich traurig wegen all meinen neuen Freunden, die entweder zurück in ihre Länder gehen oder in China zurückbleiben.
das letzte Mal Grüße aus China
Philip
___________________________________________________
Ich schreibe heute einen Bericht über meinen Urlaub in Beijing (Peking).
Das Erste, was mir in Beijing aufgefallen ist, ist, dass es viel wärmer ist als in Harbin. Es ist nicht kalt, auch wenn man nur kurze Sachen trägt, in Harbin hat man noch eine Jacke gebraucht.
Das zweite, was mir aufgefallen ist, ist, dass Beijing viel, viel internationaler ist als Harbin, es gibt extrem viele Nicht-Chinesen und nur mit Englisch kann man ohne Probleme überleben. In Harbin sind die wenigen Nicht-Chinesen zu 80% Russen, die kein Wort Englisch verstehen.
Ich bin zusammen mit 7 anderen Austauschschülern aus Harbin nach Beijing gereist. Da haben wir uns mit Austauschschülern aus vielen anderen Provinzen Chinas getroffen, insgesamt waren wir ca. 30.
In Beijing haben wir uns dann den Himmelstempel, die Verbotene Stadt, den Zoo von Beijing, den Platz des himmlischen Friedens, die Wangfujing, das ist die größte Shoppingstraße von Beijing, und die Chinesische Mauer angeschaut.
Ich erinnere mich besonders an den Zoo von Beijing. Er hat als einer von nur einer Handvoll Zoos auf der ganzen Welt Pandabären. Aber der Zoo ist in einer für Europa unmöglichen Verfassung, viele von den Tieren geht es wirklich schlecht. Und man sieht jede Menge Chinesen, die, wenn die Tiere schlafen oder sich nicht bewegen, sie mit Steinen bewerfen.
Die Chinesische Mauer ist mir in besserer Erinnerung geblieben, sie war einfach atemberaubend. Zu der Zeit als wir da waren, haben die Blumen auf den Bergen rundherum geblüht und alles war grün. Wir sind ungefähr 4 Stunden auf der Mauer gelaufen, danach waren wir alle kaputt aber es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, zu wissen, dass man sich auf einem Jahrtausendealten Weltwunder befindet.
Als wir dann am Ende unseres Urlaubs in Harbin aus dem Zug gestiegen sind, hatten wir erst mal einen Schock von der Kälte, in Beijing war es um die 20 Grad und dann in Harbin 10 bis 15 Grad weniger und es hat geregnet...
Alles in allem finde ich, dass Beijing eine wirklich beeindruckende Stadt ist, ich aber trotzdem lieber in Harbin lebe, einfach weil es um einiges chinesischer ist als das internationale Beijing.
Grüße zurück aus Harbin
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit fast 8 Monaten in China.
in den letzten 1,5 Monaten hatten wir wieder Schule und die Zeit vergeht wie im Flug, in 2,5 Monaten bin ich wieder in Deutschland.
Aber bis dahin gibt es noch genug zu tun, ich werde 2- bis 3-mal verreisen und den Chinesisch Sprachtest, den HSK (Hanyu Shuiping Kaoshi) schreiben.
Meine erste Reise beginnt nächsten Donnerstag, eine Woche Beijing. Da war ich erst einmal am Anfang vom Jahr und viel zu beschäftigt um irgendetwas abgesehen vom Vogelnest zu besichtigen.
Dieses Mal will ich die chinesische Mauer, die verbotene Stadt und die Wangfujing, die berühmteste Einkaufsstraße in Beijing sehen.
Danach fahre ich im Mai vielleicht nach Xi An und besichtige die Terrakotta-Armee.
Und im Juni gehts nach Shanghai, wo ein Freund von mir für seinen russischen Vater, der kein Englisch, geschweige denn Chinesisch spricht, dolmetschen muss.
In den letzten Wochen haben die Austauschschüler von meiner Schule und ich richtig Probleme mit unserer Lehrerin, sie gibt uns eine Menge unnütze Regeln und weigert sich, sie zu begründen. Sie stellt uns sogar außerhalb der Schule Regeln, zum Beispiel, dass wir jeden Abend um 10 zuhause sein müssen und es mit ihr besprechen müssen, wenn wir länger draußen sind. Generell habe ich keine Probleme mit diesen Regeln, nur damit, dass sie uns von unserer Lehrerin gestellt werden.
Aber in China haben Lehrer generell sehr viel mehr Macht als in Deutschland und dürfen auch über Schüler in ihrer Freizeit bestimmen (an alle Schüler, die das lesen: ihr habt keine Ahnung wie gut das deutsche Schulsystem ist!!!).
Und in den letzten 2 Wochen wurde es ENDLICH Frühling hier, es liegt kein Schnee mehr und die Temperatur ist zwischen 5 und 10 Grad.
Grüße aus Harbin
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit einem halben Jahr in China.
Die Prüfung, von denen ich im letzten Bericht erzählt hab, waren
wirklich lächerlich, zum Beispiel in Geschichte kam nichts dran, was wir jemals besprochen hatten, unser Lehrer hat uns alles eingesagt und als am Ende die Zeit knapp war, hat er gesagt wir sollen uns alle an einen Tisch setzen und voneinander abschreiben.
Für die chinesischen Schüler waren die Prüfungen komplett anders, die mussten zuerst alle Bücher und Hefte abgeben damit sie nicht aus denen abschreiben konnten und die Prüfungen wurden von den Lehrern mit Trillerpfeifen beendet.
Aber danach waren endlich Ferien und das chinesische Neujahr. Das feiert man in China mit der Familie, also bin ich mit meinen Eltern und meinem Bruder meine Verwandten besuchen gefahren. Wir haben uns im 5 Stunden entfernten Jiamusi getroffen, das ist eine kleine Stadt östlich von Harbin. Wir haben uns dann aber doch nicht in Jiamusi getroffen sondern auf dem
Land davor, 40 Kilometer vom eigentlichen Stadtzentrum entfernt.
Da gab es einfach GAR nichts, es gab noch nicht mal Toiletten in den Häusern. Wenn man auf die Toilette musste gab es nur die Natur und ein gemauertes Häuschen außerhalb des Dorfes, das aussah wie aus dem Mittelalter.
Meine chinesischen Eltern hab ich nur zu den Mahlzeiten gesehen, wo sie zusammen mit meinen anderen Verwandten kräftig das Neujahrsfest gefeiert haben. Mein Bruder und ich waren die einzigen Jugendlichen da und für uns war es einfach nur langweilig, wir haben quasi die ganze Zeit vor dem Fernseher oder Computer verbracht.
Seit einer Woche sind wir jetzt wieder zurück und mir wurde klar, wie gut es mir hier in Harbin eigentlich geht.
Grüße zurück aus Harbin
Philip
___________________________________________________
Weihnachten und Neujahr in Harbin:
Ich bin jetzt seit 5 Monaten in China, die Hälfte von meiner Zeit hier ist rum. Es ist für mich mittlerweile komplett normal, in Harbin zu leben. An mein Leben in Deutschland, mein riesiges deutsches Zimmer, mein Zuhause und an die Leute, mit denen ich nicht regelmäßig Skype-Kontakt habe, erinnere ich mich nur noch verschwommen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meine Freunde hier, meine Schule und ganz generell China in 5 Monaten wieder verlassen werde und vieles davon wahrscheinlich nie wiedersehen werde.
Aber in der letzten Zeit ist so viel passiert, dass ich sowieso nicht viel Zeit hatte, über das alles nachzudenken.
Zum Beispiel zu Weihnachten haben meine Klasse und ich eine Vorführung im chinesischen Fernsehen gemacht, um Chinesen zu zeigen, wie man im Westen Weihnachten feiert. Es war aber zu 90 Prozent Werbung für unsere Schule und hatte mit echtem Weihnachten oder sogar einer Weihnachtsparty für uns eher wenig zu tun.
Danach hatten wir eine langweilige Feier mit unserer Austauschorganisation und dann bin ich nach Hause ins Bett weil ich die letzten 2 Adventswochen krank war. Und das Paket, das mir meine Eltern 2 Monate vor Weihnachten geschickt hatten, ist nie angekommen. Also alles in allem war mein erstes Weihnachten weg von Zuhause eher armselig.
Das wurde aber an Neujahr mehr als wieder wettgemacht, es kamen Austauschschüler aus einer anderen chinesischen Provinz nach Harbin, mit denen haben wir dann gefeiert.
Jetzt nach Neujahr wird es wieder ruhiger hier, in ein paar Tagen haben wir Schulprüfungen. Es wird jedes Fach geprüft, auch so Fächer wie Sport, Geschichte und Informatik, wo wir eigentlich noch nie ernsthaften Unterricht hatten.
Manche Prüfungen sind dann auch ziemlich sinnlos, in unserer Informatikprüfung zum Beispiel müssen wir beschreiben, wie ein Computer aufgebaut ist, das heißt Bildschirm, Maus,...
Und die Noten aus diesen Prüfungen entscheiden für zwei von uns, ob sie dieses Schuljahr in ihrem Heimatland wiederholen müssen.
Aber nach den Prüfungen haben wir erst mal 6 Wochen Winterferien, dann beginnt das Eisfestival, für das Harbin in ganz China berühmt ist.
Grüße aus China
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit 4 Monaten in China. In den letzten Wochen habe ich einiges akzeptiert, was mir am Anfang echtes Kopfzerbrechen bereitet hat. Zum Einen, dass ich in einer Stadt mit (für China) extrem vielen Ausländern lebe und in meiner Schule 5 andere internationale Studenten sind. Das Problem daran ist, dass ich nicht so viel Chinesisch sprechen und nicht so viel mit Chinesen machen kann wie viele der anderen Austauschschüler, die auf dem Land in chinesischen Kleinstädten (d.h. <1.000.000 Einwohner) leben und da alleine auf ihrer Schule, wenn nicht sogar allein in der Stadt sind.
Was anderes, das mich am Anfang auch genervt hat, ist, dass von allen hier erwartet wird, dass ich sehr viel Zeit mit Ausländern verbringe, zum Beispiel habe ich jeden Tag nur 2 Stunden Unterricht in der chinesischen Klasse, den Rest der Zeit verbringe ich im internationalen Raum mit den anderen Austauschschülern, nicht wirklich wie ich mir mein Austauschjahr in China ursprünglich vorgestellt habe.
Integration ist in China sowieso generell gar kein Thema, wahrscheinlich weil es hier im Vergleich zu den westlichen Ländern nur wenige Ausländer gibt.
Zum Beispiel habe ich noch nie einen Nicht-Chinesen gesehen, der an einer chinesischen Schule wie ein normaler chinesischer Schüler lebt. Die wenigen ausländischen Kinder, die mit ihrer Familie in China leben, gehen alle auf internationale Schulen und sprechen Chinesisch nur gebrochen oder gar nicht, während es in Deutschland unzählige Menschen aus unzähligen Kulturen gibt, deren Muttersprache Deutsch ist und die komplett integriert sind.
Ein anderes Beispiel zur mangelhaften Integration ist, dass viele einfache Chinesen jeden Alters Ausländer, denen sie auf der Straße begegnen, einfach mit offenem Mund anstarren, einfach weil sie anders aussehen. Blonde Menschen und Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden besonders gerne angestarrt.
Als ich mit den anderen Austauschschülern im Nachtzug von Peking nach Harbin gefahren bin, standen 4 Schaffner hintereinander in dem schmalen Gang und haben einen schwarzen Jungen, der mit uns unterwegs war, bestimmt eine halbe Stunde lang einfach nur angeschaut, das war echt schräg.
Aber die wahrscheinlich größte Diskriminierung ist, dass Ausländer für viele Dienstleistungen mehr bezahlen müssen als Chinesen. Zum Beispiel in dem Gym, in das wir gehen, zahlen Ausländer den 1,5-fachen Preis! Und das ist komplett legal.
Eine andere Austauschschülerin hat erzählt, dass ihre (chinesische)Freundin den doppelten Preis zahlen muss, weil sie aussieht wie eine Japanerin.
Aber das muss ich einfach akzeptieren, schließlich bin ich nicht hierhergekommen, um China zu verändern, sondern mich selbst.
P.S.:
Weihnachten feiert man hier gar nicht, aber in den meisten Geschäften gibt es irgendwas weihnachtliches, auch wenn es nur Santa ist, der Werbung für Bier macht.
In der Schule feiern wir Weihnachten aber es ist von den Lehrern organisiert und mehr eine Performance von uns Austauschschülern für die chinesischen Schüler als echtes Weihnachten, wirklich weihnachtlich fühlt man sich da nicht...
Aber zumindest haben wir weiße Weihnachten, es liegt eigentlich immer Schnee, die Temperatur schwankt zwischen -20 und -30 Grad.
Grüße aus Harbin
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit über 3 Monaten in China. In den letzten Wochen ist eine Menge passiert.
Vor 2 Wochen hatte ich Prüfungen in Chinesisch, chinesischer Poesie (klingt spannend, ist es auch für die ersten 2 oder 3 Gedichte aber wir mussten 9 für die Prüfung lernen, das war eindeutig zu viel), Kunst und Kalligraphie.
Der Chinesisch-Test war aufgespalten in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Im Schriftlichen hatten wir 3 Seiten in nur chinesischen Schriftzeichen und wir mussten auch Zeichen schreiben. Es war echt cool dass wir nach nur 3 Monaten Lernen das schaffen konnten und sogar alle einigermaßen gut waren.
Im Poesie Test musste jeder 2 Gedichte aufsagen und eine Zeile aus einem Gedicht in Schriftzeichen aufschreiben. Im Kalligraphie Test mussten wir acht Schriftzeichen und unseren Namen in Chinesisch schreiben, alles mit einem Pinsel und alles mit der rechten Hand, was für mich als Linkshänder ziemlich hart war.
Letzte Woche waren wir auf einem Festival von anderen Austauschschülern an unserer Schule aus Xinjiang, das ist eine Provinz im Nordwesten Chinas. Xinjiang liegt am Rand von China, es gibt da viele Leute aus Arabien. An dem Festival sollten die anderen Austauschschüler und ich einen Tanz aufführen, wir haben Macarena genommen, das war für die Xinjinag Schüler mindestens so exotisch wie ihre Tänze für uns. Nach ein paar anderen Aufführungen von Xinjiang Schülern wurde arabische Musik gespielt und alle haben dazu getanzt (über 3 Stunden!). Sie haben auch uns ein bisschen beigebracht.
Am Samstag bin ich dann mit ein paar anderen Austauschschülern ins Kino gegangen, wir haben "Harry Potter 7" angeschaut. Wir sind extra in ein internationales Kino gegangen um den Film auf Englisch zu sehen, er war dann aber doch Chinesisch (habt ihr schon mal Harry Potter Chinesisch reden hören??! Extrem verwirrend), es gab noch nicht mal englische Untertitel.
Grüße aus Harbin, China
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit 10 Wochen in China, ein Viertel von den 10 Monaten die ich hier verbringe, ist vorbei. Es kommt mir vor als wäre ich noch keine 2 Wochen hier. Mittlerweile spreche ich fast jeden Tag Chinesisch, die Hemmung die ich am Anfang hatte, ist komplett weg.
Letzten Donnerstag war ich mit 4 anderen Austauschschülern im "Hamamas", das ist eins von den wenigen Cafés in Harbin, in denen man europäisch (Kuchen, Sandwich, Salat...) essen kann, so eine Art Treffpunkt für Nicht-Chinesen. Ich hab einen Amerikaner getroffen, der 5 Jahre lang in München gelebt hat und jetzt Deutsch und Englisch an der Universität neben dem Haus meiner Familie unterrichtet.
Am Sonntag hab ich bei Freunden Halloween (wan sheng jie) gefeiert. Um 10 war ich wieder zurück, eigentlich ganz normale Zeit. Am nächsten Morgen hat mir meine Mutter gesagt, dass 10 zu spät für "Kinder" ist und dass wir zwar "spielen" können aber dass ich um 8 wieder da sein muss. Hallo???
Und gestern hat ein anderer Austauschschüler ein Mädchen mit dem englischen Namen "Rocky" kennengelernt. Sonst kennen wir noch "Silly" und "Kitty", alles ernsthaft englische Namen von Chinesinnen.
Grüße aus China
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt 2 Monate in China. Vorletzte Woche waren Ferien, da hatte eine Freundin von mir Geburtstag. Wir sind in ein KTV (eine Karaoke-Bar) gegangen. Da haben wir dann zu 10t einen kleinen Raum mit zwei Riesenbildschirmen und Mikrophonen gemietet. Es gab englische, chinesische und koreanische Songs. Chinesische Songs hat keiner gesungen, wir Austauschschüler haben englische gesungen und zwei Koreanerinnen die wir dabeihatten koreanische.
Letztes Wochenende waren Prüfungen für die chinesischen Schüler, mein Bruder hat die meiste Zeit der Ferien gelernt. Abends bin ich oft mit meiner Familie ins Restaurant oder zu Freunden von meinen Eltern zum Essen gegangen. Einmal bin ich auf einem Fischmarkt gewesen, das war echt abartig, die Tiere wurden in Glaskästen oder Wannen lebendig übereinandergestapelt.
Gestern waren wir bei Freunden aus Korea, wir haben koreanisch gegessen, echt gut, viel Gemüse und schräges Essen, zum Beispiel Seegras mit Reis und Süßkartoffel. Danach haben wir ein koreanisches Kartenspiel gespielt und versucht, Poker zu erklären, hat aber nicht wirklich geklappt.
In den Ferien war das Wetter wunderschön, man konnte sich einfach auf eine Bank setzen und dösen. Gestern hats dann geschneit. Jetzt ist es eiskalt, viel zu kalt für Oktober, es liegt der erste Schnee und die Pfützen sind gefroren.
Grüße aus dem viel zu kalten Harbin
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt seit 5 Wochen in China. Mittlerweile verstehe ich ein bisschen Smalltalk und ein paar Zeichen, aber das meiste ist immer noch unverständlich.
Letzte Woche war hier das Mondfestival, wir hatten 3 Tage Ferien, dafür mussten wir aber dieses und letztes Wochenende in die Schule. Am ersten Tag der Ferien hatten wir abends ein Essen mit Verwandten, es gab mehr als 10 verschiedene Gerichte, z.B. Muscheln (kalt), halbierte Krebse, die man ganz mit Beinen und Panzer gegessen hat, Shrimps, die man in China mit Panzer isst und gezuckerte Süßkartoffeln.
Am 3. Tag war ich mit meiner Familie in der Sophia's Church, das ist eine russische Kirche mitten in Harbin. Danach waren wir am Songhua-Fluss, das ist ein großer Fluss, der am Rand von Harbin vorbeifließt und im Stalin-Park. Abends haben wir mit Freunden Jiaozi gemacht, das ist eine Art chinesische Ravioli aber viel besser.
In den letzten Tagen ist es in Harbin richtig kalt geworden, es windet quasi permanent und regnet ab und zu. Aber Anfang Oktober haben wir eine Woche Ferien (ich hoffe wir müssen dafür nicht wieder am Wochenende in die Schule).
Soweit für heute
Philip
___________________________________________________
Ich bin jetzt genau 3 Wochen bei meiner Gastfamilie. Mittlerweile fuehle ich mich hier wie Zuhause. Ich hab mich an eine Menge etwas schraege Sachen hier in China gewoehnt (dass es kein ae oe und ue auf der Tastatur gibt ist nur der Anfang). Zum Beispiel das Fruehstueck: Verglichen mit dem chinesischen Fruehstueck ist das Deutsche mit Brot oder Muesli total eintoenig. Bis jetzt hatte ich: "Baozi", das sind chinesische Teigtaschen mit Fleisch oder Gemuese, Torte, Huntun, das ist eine Art Suppe mit kleinen Shrimps, gibts meistens aus der Plastiktuete, "Mooncake", das sind kleine Kuchen gefuellt mit Bohnenpaste oder irgendwas Anderem, Reis mit scharfem Fleisch und/oder Gemuese oder selbstgemachten Kuchen von meiner (Gast)Mutter. Tee hab ich bis jetzt nur einmal im Hotel getrunken, was mich ein bisschen wundert, aber das mit dem Tee ist vielleicht auch groesstenteils Vorurteil.
Seit letztem Montag erlauben mir meine Gasteltern, alleine rauszugehen. Es ist wirklich super, einfach nur rumzulaufen, in Geschaefte zu schauen und Harbin zu erkunden. Hier gibt es total viele kleine Supermaerkte auf ca. 20 qm, in denen man hauptsaechlich Essen und Trinken kaufen kann, ich hab mittlerweile aber auch ein paar groessere Geschaefte gefunden zum Beispiel einen amerikanischen Wal-Mart mitten in China, in dem es ueber 3 Stockwerke verteilt einfach alles gibt (sogar Brot!!!)
Gruesse aus China
Philip
___________________________________________________
Am 19.8. bin ich in den Flieger gestiegen. Nach ca. 9 h Flug in Peking am Flughafen angekommen und 3 Tage im Hotel verbracht. Da sind dann die Austauschschueler aus aller Welt zusammengekommen: Deutsche, Italiener, Franzosen, Schweizer, Thais, Australier, Japaner, Finnen, Norweger, Daenen, Russen, Kanadier, Amerikaner, Belgier, Schweden... .
Das war vor ca 2 Wochen. Danach bin ich in den Nachtzug in Peking gestiegen, und hab da geschlafen (wir sind 9 Stunden gefahren). Alles war total klein, in einem winzigen Zimmer standen 6 Betten, die Koffer haben kaum reingepasst. Das Wasser aus der Leitung war kochend heiss (man kann das chinesische Wasser nur gekocht trinken) und die Klos... naja googelt mal nach nem chinesischen Klo, das ist nicht viel mehr als ein Loch im Boden.
Wir sind dann in Harbin, das ist die Stadt, in der ich 10 Monate verbringe, angekommen. Das Haus, in dem ich zusammen mit meiner Gastmutter, meinem Gastvater und meinem Gastbruder lebe, ist 80 qm gross, aber ich hab mein eigenes Zimmer.
Die Schule ist von 7am bis 6 bzw manchmal 6:40pm, die Schueler sind aber nicht viel disziplinierter als wir, jedenfalls kommts mir nicht so vor. In der internationalen Klasse in der ich bin, wird nur Englisch gesprochen, hab schon seit ner Woche kein Deutsch gesprochen. Im sonstigen Alltag wird Chinesisch gesprochen und ausser Schuelern spricht eigentlich keiner Englisch, also ist die Verstaendigung mit Chinesen mit meinen wenigen Brocken Chinesisch noch ziemlich anstrengend und meistens leider ohne Erfolg.
aus Harbin, China
Philip
___________________________________________________