46. Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG

im ASV-Theatersaal. Rückblick auf das Geschäftsjahr 2013 und Ausblick

46. Vertreterversammlung der Volksbank

Die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG kann auf ein solides Geschäftsjahr 2013 zurückblicken, die Entwicklung verläuft stabil. Für 2014 und 2015 sind Investitionen geplant. Aus dem Aufsichtsrat wurden Laura Diepold und Franz Lechner nach Ablauf der satzungsmäßigen Amtszeit verabschiedet. Der Dipl.-Mathematiker Dr. Thomas Weigl aus Ed bei Hilgertshausen-Tandern wurde als neues Aufsichtsratsmitglied gewählt. Die große VR-Jubiläums-Spende (177.000 Euro) soll wiederholt werden. In 2013 spendete die Dachauer Genossenschaftsbank insgesamt 360.000 Euro zur Förderung der Region.


Die zahlreichen Gäste wurden vom Aufsichtsratsvorsitzenden Nikolaus Widmann begrüßt. Zur 46. Vertreterversammlung im ASV Theatersaal waren fast alle 122 Vertreterinnen und Vertreter erschienen. Den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 teilten sich der Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG, Thomas Höbel, und seine beiden Vorstandskollegen Karl-Heinz Hempel und Johann Schöpfel. Johann Lachner, Vertreter und Jurymitglied, berichtete über die erfolgreiche Spendenaktion im Jubiläumsjahr der Bank. Zum 100-jährigen Bestehen wurden 177.000 Euro an gemeinnützige Institutionen und Vereine verteilt. Die Mitglieder verzichteten dafür auf ein Prozent ihrer Dividende. Die Vertreter-versammlung beschloss einstimmig, dass die Spende zur Förderung der Region heuer wiederholt wird.


Vorstandssprecher Thomas Höbel betonte, dass das Geschäftsjahr 2013 für die Dachauer Genossenschaftsbank erfolgreich war. Das Ergebnis vor Steuern liegt über dem des Vorjahres, die erforderliche Eigenkapitalzuführung kann geleistet werden. Die Staatsschuldenkrise habe an Schärfe verloren, in Deutschland seien die Weichen für einen Aufschwung gelegt, im Landkreis Dachau herrsche Vollbeschäftigung. „Diese sehr erfreuliche Entwicklung hat sicherlich auch ihre Schattenseiten“, so Höbel. Zum einen sei es - insbesondere im Einzugsgebiet der Großkonzerne – immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu halten. Andererseits machen sich viele Familien Sorgen, ob ihre Wohnungen bezahlbar bleiben. „Dazu müssen auch wir als Unternehmen Antworten finden“, führte Höbel aus. Eine Herausforderung sei zusätzlich die Basel-III-Regelung mit einer erhöhten Eigenkapitalunterlegung von Risikopositionen. Mit seinen 5.000 Seiten langen Regeln setzt Basel III die Erträge im Bankgeschäft stark unter Druck, erhöht die Kosten und verzerrt den Wettbewerb. „Als Genossenschaftsbank verfügen wir seit jeher über eine eigene Sicherungseinrichtung, die die Einlagen unserer Kunden schützt. Allein im vergangenen Jahr haben wir in diesen Garantiefonds 750.000 Euro einbezahlt. Andere Institute müssen diese Rücklage erst gar nicht erwirtschaften. Finanzielle Probleme fängt hier der Steuerzahler auf“, kritisierte Höbel. Kritisch zu sehen sei auch die lang anhaltende Niedrigzinsphase, die sich negativ auf den Zinsüberschuss auswirkt.

Begleitet von einer Videoeinspielung ließ Thomas Höbel dann die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Genossenschaftsbank mit vielen Veranstaltungen und Attraktionen für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Revue passieren.

In seinem Ausblick prognostizierte Höbel, dass auch 2014 ein Ergebnis auf Vorjahresniveau zu erwarten sei. Dies sei möglich durch kundengerechte genossen-schaftliche Beratung durch bestens geschultes und motiviertes Personal. Zum Schluss seines Vortrags wies Thomas Höbel auf die bereits begonnenen Maßnahmen der Bank zur Energiewende hin. Neben eigenen Photovoltaik-Anlagen verfügt die Bank über ein eigenes E-Auto mit Solarcarport und ein neues E-Bike mit eigener Ladestation.

Vorstandsmitglied Karl-Heinz Hempel stellte das wirtschaftliche Ergebnis der Bank vor. Zum Jahresende erreichte die Bilanzsumme den Wert von 1 Mrd. 534 Mio. Euro und lag damit um 56 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Den Grund für den Rückgang erklärte Hempel zum einen mit leicht rückläufigen Kundeneinlagen, zum anderen mit spürbar reduzierten Refinanzierungen bei der DZ Bank. Das Kreditgeschäft hat sich in 2013 um 27 Mio. auf 1 Mrd. 12 Mio. Euro ausgeweitet. Die Nachfrage nach Immobilien ist unvermindert hoch, mit der Folge gestiegener Preise auch im vergangenen Jahr. Von dem starken Interesse an Immobilien profitierte auch das Bauspargeschäft. „Das Wachstum wurde insbesondere getragen von einer stetigen und lebhaften Kreditausreichung in unseren Filialen“, so Karl-Heinz Hempel. Der Zinsüberschuss hat sich in 2013 auf 32,7 Mio Euro verringert. In einem Szenario einer weiter andauernden Niedrigzinsphase steht die Zinsspanne bei allen Banken weiter unter Druck. Karl-Heinz Hempel unterstrich die Notwendigkeit, auch künftig im Bereich der Verwaltungs-aufwendungen alle Möglichkeiten zu nutzen, die Kosten in einem vernünftigen Maß zu begrenzen. Abschließend blickte der Bankvorstand dennoch zuversichtlich in die Zukunft. „Bei weiterhin stabilem Konsumverhalten der Bürger, einer relativ günstigen Beschäftigungssituation, wieder anziehenden Exporten und in der Erwartung steigender Investitionen ist eine optimistische Grundhaltung gut begründet“, schloss Karl-Heinz Hempel seinen Vortrag.

Vorstandsmitglied Johann Schöpfel berichtete über den Beitrag zur Energiegewinnung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau mit Photovoltaik-Anlagen auf acht Geschäfts-stellen. Weil der erzeugte Strom selbst genutzt und der Rest ins Netz eingespeist und verkauft wird, wurde eine Satzungsänderung beschlossen. Einer Satzungsänderung bedurfte es auch wegen der jährlich steigenden Anzahl der Mitglieder. Statt wie bisher jeweils einen Vertreter für 250 Mitglieder, wird zukünftig für 300 Mitglieder jeweils ein Vertreter gewählt. Genehmigt wurde auch die Aufhebung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit der Tochtergesellschaft VR-Agrar-Center Wollomoos GmbH“, der durch die Zusammenlegung zur „VR Agrar Center Wittelsbacher Land GmbH“ gegenstandslos geworden ist.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolaus Widmann betonte: „Gesundes Wachstum, straffes Kostenmanagement, vernünftige Filialstrukturen und eine Geschäftspolitik mit Maß und Ziel sind die Eckpfeiler des Erfolges unserer Bank.“ Widmann schloss: „Vorstand und Aufsichtsrat sind für künftige Herausforderungen gut gerüstet.“

Bei der Ehrung der beiden langjährigen Aufsichtratsmitglieder Laura Diepold und Franz Lechner betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolaus Widmann deren engagierten Einsatz und dankte für die vielen Stunden, die sie für das Wohl der Bank investiert hatten. Der Widmann bedauerte das Ausscheiden der beiden erfahrenen Aufsichtsräte und überreichte als kleines Dankeschön ein Präsent. Der Dipl.-Mathematiker Dr. Thomas Weigl stellte sich als neues Aufsichtsratsmitglied vor. Er stammt aus Tandern-Hilgertshausen und ist in einem großen international tätigen Versicherungskonzern in München mit Schwerpunkt Risikomanagement beschäftigt.

Musikalisch umrahmt wurde die 46. Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau von Thomas Mösl, der sich mit Hilfe eines Loopers auf seiner E-Geige selbst begleitete.

(v.l.n.r.: Franz Lechner, Laura Diepold, Thomas Höbel, Nikolaus Widmann, Dr. Thomas Weigl)
(v.l.n.r.: Franz Lechner, Laura Diepold, Thomas Höbel, Nikolaus Widmann, Dr. Thomas Weigl)