Ein Wintersporttag mit Jugendlichen aus dem Franziskuswerk Schönbrunn

Skiausflug der VR-Bank mit Jugendlichen der Johannes-Neuhäusler-Schule

Julia konnte vom Skifahren nicht genug bekommen. Sogar beim Aufstellen für das abschließende Gruppenfoto schlug die Achtzehnjährige vor, ein letztes Mal den Hang hinunter zu sausen. Julia ist Schülerin in der Johannes-Neuhäusler-Schule des Franziskuswerk Schönbrunn, einer Behinderteneinrichtung im Landkreis Dachau. Zusammen mit 22 weiteren Schülerinnen und Schülern der Johannes-Neuhäusler-Schule unternahm Julia einen Ausflug in die Berge. Einen Tag lang Skifahren, Snowboardfahren und Schlittenfahren. Die Behinderung war kein Hindernis.

Ermöglicht hat den Skiausflug die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG. Die Idee stammte vom Vorstandssprecher Thomas Höbel. Der Bankvorstand ist sportbegeistert und hat ein Herz für Menschen, die schon von Geburt an benachteiligt sind. Im August charterte er am Ammersee ein Segelboot für Kinder aus dem Franziskuswerk Schönbrunn. Jetzt organisierte er einen Omnibus für einen gemeinsamen Wintersporttag in Oberaudorf. Den Jugendlichen trotz ihrer Behinderung ein neues Körpergefühl ermöglichen, ihnen das Gefühl der Geschwindigkeit geben, ein Stückchen Freiheit und Lebensfreude schenken. 23 Jugendliche aus Schönbrunn freuten sich auf das Abenteuer im Schnee. Mit dabei waren ihre Betreuer sowie 13 Beschäftigte der Dachauer Genossenschaftsbank, darunter Thomas Höbel und sein Vorstandskollege Johann Schöpfel, sowie die Bergfreunde des TSV Velden. Thomas Höbel hilft dort in seiner Freizeit beim Ski-  und Snowboardunterricht. In Oberaudorf angekommen werden Ski, Snowboards, Schuhe und Helme ausgeliehen. Nach dem Umziehen stürmen die ersten Jugendlichen abenteuerlustig auf den Hang zu. Einige sind ängstlich, trauen sich nicht auf die Piste. Julia ruft aufgeregt: „Der Berg ist aber steil!“. Das Mädchen hat Angst vor Treppen, braucht oft fremde Hilfe, um Stufen zu überwinden. Aber schon nach den ersten Metern im Schnee ist alle Angst verflogen. Die Neugier auf das Abenteuer ist größer. Der flache Übungshang in Oberaudorf eignet sich ideal zum Üben. Der Zauberteppich, ein automatisches Förderband, bringt die Wintersportler nach oben. Dort nehmen die Betreuer die Anfänger zwischen die Beine und fahren mit ihnen im Pflug die Piste hinunter. Die Snowboardlehrer demonstrieren, wie man Balance hält, um in weiten Bögen den Hang hinunter zu kurven. Sogar kleine Sprünge werden gewagt. Die Bankmitarbeiter sausen mit den Jugendlichen auf den Schlitten hinunter, vorbei am Zauberteppich und an den Schneekanonen, geradewegs ins Ziel. Nach den ersten, ganz allein zurückgelegten Metern ist die Freude unbändig. „Schau mal, ich kann schon fahren“, ruft ein Mädchen ganz laut. Mit dem kalten Wind im Gesicht hinunter brausen, selber steuern, die Geschwindigkeit spüren, die Grenzen des eigenen Körpers austesten. Ein unbeschreibliches Gefühl. Die Freude steht in den Gesichtern, lacht aus den Augen, steckt alle anderen an. Benedikt Klinger, ein Auszubildender in der Volksbank Raiffeisenbank Dachau, kümmert sich um den sprachbehinderten Kevin. Es kostet ihn Überwindung sich auf den Schlitten zu setzen. Doch schon nach der ersten Fahrt gluckst Kevin glücklich und drückt seinen Beschützer ganz fest. Auch Julia strahlt. Sie hat ihre Angst überwunden und an diesem Tag eine wunderbare Erfahrung gemacht: Der Auszubildende Benedikt Klinger sagt: „Der Tag war für uns alle ein Geschenk. Wir haben so viel voneinander gelernt. Die Jugendlichen aus Schönbrunn sind in ihren Gefühlen sehr aufrichtig. Es ist eine echte Freude, dieses Erlebnis mit ihnen zu teilen.“