53. Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG

Dachau – Die Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG für das Geschäftsjahr 2020 fand auch dieses Mal virtuell statt. Sie wurde am Donnerstag, 20. Mai, um 17:30 Uhr für die 130 Vertreterinnen und Vertreter der Genossenschaftsbank in Echtzeit als Live-Stream übertragen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Wörl eröffnete die 53. Vertreterversammlung. Die VR Bank konnte ihre betriebswirtschaftlichen Ziele trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 im Wesentlichen einhalten. „Zu diesem Ergebnis trugen sämtliche Bereiche des Unternehmens gleichermaßen mit Leistungsbereitschaft und Kompetenz bei“, so Günter Wörl. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 184 Mio. € (entspr. 7,9 %) auf 2.524 Mio. Euro. Die vorhandenen liquiden Mittel reichten im Geschäftsjahr 2020 jederzeit aus, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen.
Die VR Bank habe somit gute Voraussetzungen, um ihren qualitativen Wachstumskurs fortzusetzen, so Wörl.  

Der Vorstandssprecher Thomas Höbel teilte sich mit seinem Vorstandskollegen Karl-Heinz Hempel den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Thomas Höbel legte in seinem Bericht den Schwerpunkt auf ein verändertes Kundenverhalten - beschleunigt durch die Pandemie - und die Wichtigkeit von digitaler Transformation in Kombination mit nachhaltiger Beratung. Thomas Höbel: „Wir haben die digitale Transformation vorangetrieben, um auf dieses veränderte Kundenverhalten reagieren zu können. Mit unseren gut ausgebildeten und hochmotivierten Mitarbeitern sind wir in der Lage diese Transformation mitzugehen.“

Digitale Transformation beschleunigt

Die Quote der Kunden, die eine Online Banking Freischaltung haben, hat sich von Ende 2017 bis Ende 2020 von 50,14 % auf 62,55 % erhöht. Das heißt: Fast zwei Drittel der VR-Kunden mit einem aktiven Girokonto sind auch für Online-Banking freigeschaltet. Mehr als 27.600 der VR-Kunden sind für das e-Postfach freigeschaltet. Das sind über 70 % der Online-Banking-Nutzer. Fast 10.000 Kunden nutzen mittlerweile die Banking App. Das entspricht rund einem Viertel aller Online-Banking-Kunden. Ein Zugangsweg, der vor einigen Jahren noch gar nicht existierte.

86,17 % der gesamten Bareinzahlungen werden mittlerweile über die SB-Geräte getätigt. Diese Zahl lag Ende 2017 noch bei 58,68 %. Bei Barauszahlungen liegt die Quote sogar bei 94,71 % (2017: 92,25 %).

Im Jahr 2020 wurden fast 400.000 Überweisungen über SB-Terminals, elektronische Medien oder das KundenServiceCenter getätigt. 2017 waren es 350.000. Das entspricht einer Quote von 84 % der Gesamtzahl. Anders ausgedrückt: Nur noch 16 % der Überweisungen finden in den Filialen statt.

Stabile Lage

Dank der Corona-Soforthilfe haben viele Dachauer Unternehmen die erste Hürde im Jahr 2020 geschafft. Die Firmenkunden erhielten sofortige Unterstützung bei Anträgen auf KfW-Förderung. Bei rund 400 Darlehenskonten wurde die angebotene Tilgungsaussetzung genutzt. Rund 23,5 Millionen Euro an Corona-Darlehen konnten ausgegeben werden. Zur ruhigen Lage trägt auch bei, dass die Beraterinnen und Berater nah an ihren Kunden sind und diese durch die neue Situation begleiten. So war es möglich, gemeinsam sehr schnell auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren. Diese unbürokratische Unterstützung hat vielen Firmen- und Gewerbekunden sehr geholfen.

Auch in Corona viele Veranstaltungen

Im Bereich ihrer Aktionen ließ sich die VR Bank von Corona nicht entmutigen.
Die VR Bank unterstützt den Verein „Dachau handelt!“. Der Verein ist eine Plattform für die Gewerbetreibenden in Stadt und Landkreis, um ihnen als verlässlicher Partner und mit echtem Mehrwert zur Seite zu stehen. Mit einer Reihe von regionalen Gewerbetreibenden präsentierte sich „Dachau handelt!“ im Juli und August in der VR Hauptstelle.

Im Bereich der Nachhaltigkeit konnte die VR Bank 2020 ein wichtiges Projekt zur Kompensation des CO2-Ausstoßes der VR-Dienstfahrzeuge starten. Mit einer Fördersumme von rund 2.300 Euro unterstützt die Bank den Umbau des Waldes in Erdweg und fördert den Umweltgedanken bei Schulkindern.

Der Firmen- und Behördenlauf wurde als virtueller VRun durchgeführt. Er war mit 442 Teilnehmern, darunter 68 Schülern aus dem ITG, ein Erfolg.
Sehr erfolgreich verliefen die 5. VR Bank Dachau Open im September - mittlerweile eines der größten Tennisturniere in Oberbayern. Ein durchdachtes Hygienekonzept ermöglichte die Durchführung auf der Tennisanlage des ASV Dachau. Mit 266 Teilnehmern und rund 400, zum Teil hochkarätigen Begegnungen übertraf das Turnier alle Erwartungen.
Möglich war auch die Ausstellung in der Reihe „Kunst und Bank“ mit Klaus Eberlein. Mit 100 online angemeldeten Gästen konnte die Vernissage im Freien stattfinden.
In der neuen Reihe der VR Online-Veranstaltungen machte der ARD-Börsenexperte Markus Gürne den Auftakt. 340 Zuschauer verfolgten den Live-Stream, in dem der Wirtschaftsspezialist die Auswirkungen der Pandemie auf die globale Wirtschaft erläuterte. Um die Dachauer Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen wurden in den Ateliers Videos gedreht und auf der VR Homepage und in den sozialen Netzwerken verbreitet.
Auf diese Weise konnte auch die Vernissage zur Ausstellung „Dahusalem“ stattfinden - ein Projekt des JEG mit der Jerusalem Art School, das auch überregional große Aufmerksamkeit weckte.
In Schwabhausen hat die VR Bank 24 Wohnungen und Gewerbeflächen errichtet. Damit leistet sie einen Beitrag zur Entlastung der angespannten Situation auf dem Wohnungs- und Mietmarkt.

Kreditgeschäft konzentriert sich auf Immobilien

Die Präsentation des Jahresabschlusses 2020 übernahm Vorstandsmitglied Karl-Heinz Hempel.
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 184 Mio. € (= 7,9 %) auf 2.524 Mio. Euro. Das Kreditgeschäft legte weiter zu, zwar nicht mehr so massiv wie in 2019, aber immer noch um 6,6 % auf 1.854 Mio. Euro. Die Zuwächse kamen aus allen Kundengruppen. Eine überdurchschnittliche Steigerung erzielte die VR Bank mit den Bauträgern. „Die Kreditvergabe konzentriert sich unverändert auf die Immobilie“, so Karl-Heinz Hempel. Er fuhr fort: „Hinter uns liegen nun sieben Jahre mit einem starken Kreditwachstum. Im aktuellen Kalenderjahr verzeichnen wir bisher einen gedämpften Anstieg unserer Kreditvolumina.“

Extreme Niedrigzinsphase reduziert Zinsergebnis

Ende 2020 betrugen die Eigenanlagen der VR Bank 422 Mio. Euro. Die zusätzliche Liquidität aus der Zunahme der Kundeneinlagen konnte im Kreditgeschäft nicht vollständig untergebracht werden und floss daher in die Eigenanlagen. Das Engagement in Immobilienfonds hat zugenommen, ebenso wie das Anleihen-Portfolio und die Anlagen bei der Allianz. Auf der Passivseite der Bilanz erhöhten sich die Kundeneinlagen um 156 Mio. Euro auf 1.952 Mio. Euro. Das entspricht einer Zunahme um 8,7 Prozent. Karl-Heinz Hempel: „Die Einlagen sind somit stärker gewachsen als das Kreditvolumen.“
Das betreute Kundenvolumen wuchs um 418 Mio. Euro (entspr. 8,7 %) auf 5.233 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss verminderte sich um 6 Mio. 345 T Euro auf 36 Mio. 200 T Euro. „Und natürlich wirkte sich die Fortdauer der extremen Niedrigzinsphase weiterhin reduzierend auf unser Zinsergebnis aus“, so Hempel. Im Dienstleistungs- und Provisionsgeschäft konnte sich die VR Bank verbessern und den Überschuss auf 14 Mio. 216 T Euro steigern. Gleichzeitig gingen die Verwaltungsaufwendungen zurück: Sie beliefen sich auf 32 Mio. 391 T Euro. Dies bedeutet einen Rückgang um 1 Mio. 191 T Euro. Vermindert haben sich auch die Sachaufwendungen und die Personalkosten sind lediglich um rund 1 % angestiegen. Das zufriedenstellende Jahresergebnis ermöglicht es der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2020 die Ausschüttung einer Dividende von 1,5 % auf die Geschäftsguthaben vorzuschlagen.

In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Simone Westermair und Anja Sedlmeier.