Unternehmensübergabe planen

Übertragung frühzeitig und weitsichtig regeln

Beim Rückzug aus dem eigenen Betrieb spielt nicht nur die emotionale Komponente eine große Rolle. Die Unternehmensübergabe zu planen heißt, eine Fülle an Fragen unter strategischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Aspekten zu beantworten. Hinzu kommen die Wahl des richtigen Nachfolgemodells und die langfristige Sicherung des Lebenswerkes unter Wahrung des Familienfriedens. Einige Punkte, auf die es ankommt, stellen wir Ihnen hier vor.

Den Ausstieg aktiv planen

Die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG rät vorausschauenden Unternehmern dazu, ab Mitte 40 mit den Überlegungen zur Nachfolge zu beginnen. So können Unternehmer zum Beispiel öfter vom Schenkungssteuer-Freibetrag profitieren, der alle 10 Jahre genutzt werden kann. Aber auch andere Faktoren können den Impuls zum Start der Planung für die Unternehmensübergabe setzen. Zum Beispiel, wenn das Unternehmen gerade einen Wachstumssprung macht oder auf familiäre Verhältnisse Rücksicht zu nehmen ist.

Den richtigen Nachfolger finden

Verschiedene Modelle der Unternehmensübergabe sind denkbar:

  • familieninterne Nachfolgelösung,
  • Verkauf des Unternehmens an Manager oder Mitarbeiter aus dem Unternehmen (Management-Buy-Out) oder an einen externen Käufer (Managament-Buy-In),
  • Fusion oder Zukauf durch ein kaufwilliges Unternehmen (Mergers & Acquisitions),
  • Einstellung eines Fremdgeschäftsführers oder
  • Suche nach einem geeigneten Pächter.

Findet sich kein passender Nachfolger oder macht das Unternehmen keinen ausreichenden Gewinn, ist eine geordnete Geschäftsaufgabe eine überlegenswerte Option.

Den Unternehmenswert bestimmen

Als Unternehmer haben Sie hart für Ihr Lebenswerk gearbeitet. Dafür wollen Sie einen hohen Unternehmenserlös erzielen. Ihr Nachfolger will über den realistischen Wert mit Ihnen verhandeln, das macht Gespräche oft schwierig. Am besten ziehen Sie für eine objektive Einschätzung des Unternehmenswertes fachkundige Experten hinzu, wie spezialisierte Wirtschaftsprüfer und Juristen.

Steuerliche Aspekte berücksichtigen und an die Alterssicherung denken

Die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmensnachfolge haben sich mit der Erbschaftssteuerreform geändert. Die Übernahme des elterlichen Betriebes durch Kinder ist mit der Reform komplexer geworden. Bei der Übergabe sind neben der Erbschaftssteuer- und der Schenkungssteuer weitere Steuerarten wie die Einkommens- und die Gewerbesteuer sowie die Umsatzsteuer beim Verkauf des Unternehmens mit im Spiel. Aufgrund der Komplexität des Steuerrechts ist für eine steueroptimierte Nachfolgeplanung das Hinzuziehen von Steuerexperten unerlässlich. Auch die private Zukunftsvorsorge des Unternehmers sollte frühzeitig geregelt werden.